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THEATERPÄDAGOGIK

2016 fördert die Projektgruppe gemeinsam mit der Kinderhilfe Saar ein wöchentliches theaterpädagogisches Angebot für die stationären PatientInnen der Kinderpsychiatrie am Uniklinikum des Saarlandes. Die Kinder lernen Jonglieren, Balancieren, Zaubern... und Sozialverhalten. FÜR DEN FORTBESTAMD DIESES PROJEKTES SUCHEN WIR DRINGEND MITSPONSOREN UND FÖRDERER ! --Kontakt: Jörg Weiland, juweiland@hotmail.com

 

FITNESS

Von 2010 bis 2015 finanzierte die Projektgruppe den wöchentlichen Besuch eines Fitness- Studios für die stationären Patientinnen der Jugendstation.

 

MUSIKTHERAPIE

Die Projektgruppe finanzierte ab 2001 ein musiktherapeutisches Angebot für die Kinder- und Jugendpsychiatrie am Uniklinikum. Einen Vormittag pro Woche arbeitet ein Musiktherapeut mit den Kindern und Jugendlichen.
Die nicht- sprachlichen Ausdrucksmöglichkeiten der Musik haben sich als nutzbringende Ergänzung der Therapiemöglichkeiten für die Patientinnen und Patienten bewährt.


Fortschritt:

Im Frühjahr 2008 wurde die Finanzierung der Arbeit des Musiktherapeuten durch das Klinikum übernommen !

 

REITTHERAPIE:

Auch den wöchentlichen Besuch eines nahen Reiterhofs und das therapeutische Reiten einer festen Patientengruppe unter Anleitung von Reittherapeutinnen finanzierte die Projektgruppe der Kinderatation für das erste Jahr,...

Fortschritt:

...nach welchem es ebenfalls vom Klinikum weiterfinanziert wird, da das therapeutische Reiten sich als nutzbringende Therapieform erwiesen hat.

 


 

Die Projektgruppe unterstützt die Station Kinder- und Jugendpsychiatrie am Uniklinikum Homburg-- nicht für Luxusunternehmungen, sondern zur Vervollständigung eines altersgerechten, nutzbringenden Therapieprogramms und zur Verbesserung des therapeutischen Milieus-- beides Dinge, die das aktuelle Gesundheitssystem in Deutschland nur noch kümmerlich finanziert : 

  • 2001: Anschaffung eines Kleinbusses, um zu externen therapeutischen oder therapieunterstützenden Aktivitäten gelangen zu können;
  • 1996: Anschaffung eines Klettergerüstes für das Freigelände der Klinik;
  • Einbau einer Tageslichtkuppel in die vorher nur mit Neonröhren beleuchtete Station;
  • seit 2000: Kreative/ musische Workshops für die Patienten;
  • seit 2000: Finanzierung des Sommerferienprogramms (Ausflüge, Unternehmungen, Sport, Erlebnispädagogik, Naturpädagogik u. a.);
  • Eintritt Eishalle (in der Wintersaison)/ Kletterhalle;
  • Öffentlichkeitsarbeit zum Abbau von Ausgrenzung;
  • 2001 bis 2008: Finanzierung der Musiktherapie für Kinder- und Jugendstation;
  • 2011/ 12: Anschubfinanzierung des therapeutischen Reitens für die Kinderstation; 
  • seit 2000: Übernahme oder Bezuschussung von Eintritten, Fahrgeldern, Stationsausstattung, Hilfsmitteln/ Geräten, Fortbildung für Mitarbeiter/innen uvm.;
  • nach jahrelanger politischer Arbeit* der Projektgruppe wurde die Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie im Jahre 2003 EIGENSTÄNDIGE KLINIK mit eigener Professur am Uniklinikum des Saarlandes, wo sie vorher ein Appendix der Psychiatrischen Klinik war -- ( * "Lobbyarbeit" ist in diesem Zusammenhang vielleicht das falsche Wort; zutreffender sind Begrifflichkeiten wie "häufig wiederholtes appellativ- nervendes Vorsprechen bei insgesamt vier GesundheitsministerInnen, mehreren Innenministern, Ministerialbeamten und mehreren ärztlichen Unidirektoren" durch drei Legislaturperioden hindurch)  ! 
  • auch der STATIONSNEUBAU der Kinder- und Jugendpsychiatrie (Bau 2012 - 2014) ist Ergebnis von über 10 Jahren (tatsächlich !) beharrlicher politischer Arbeit (siehe oben) der Projektgruppe !! Der Neubau ist seit November 2014 in Dienst. 



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W I C H T I G :

MÄRZ 2016: PAUSCHALIERTES ENTGELTSYSTEM PSYCHIATRIE UND PSYCHOTHERAPIE ("PEPP") GESTOPPT !-- Ein wichtiger Schritt GEGEN DIE DOMINANZ DER ÖKONOMIE ÜBER DAS HEILEN UND LEHREN !!

Anfang März 2016 gibt Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe bekannt, das unmstrittene und viel kritisierte Pauschalierte Entgeltsystem Psychiatrie und Psychotherapie ("PEPP"), dessen bundesweite Einführung für 2017 vorgesehen war, nun doch nicht umzusetzen.

Statt dessen haben Gesundheitsministerium und Fachverbände ein Eckpunktepapier vorgelegt, demzufolge in der Psychiatrie eine budgetierte, aber auf das einzelne Krankenhaus zugeschnittene --also eine bedarfsorientierte statt einer rein geldorientierten-- Finanzierung mit deutlich weniger Dokumentationsaufwand als beim PEPP- System kommt.

--Bereits seit 2004 sorgen in der Somatik pauschalierte, rein ökonomisch orientierte Fallabrechnungen nach den sog. "DRG" (diagnosis related group)- Fallpauschalen für teilweise katastrophale Versorgungs- und Pflegezustände der stationären Krankenhauspatienten für unzureichende bis untragbare Personalsituationen in Krankenhäusern. Dazu, stellvertretend für viele andere Meinungen, folgender Artikel aus dem Dt. Ärzteblatt von März 2016:

Ärztekammer Berlin fordert Richtungswechsel bei der Krankenhausvergütung

15 Jahre nach Einführung der Fallpauschalen (Diagnosis Related Groups, DRGs) zur Abrechnung von Krankenhausleistungen zieht die Ärztekammer Berlin ein vernichtendes Fazit:

„Wären DRGs ein Medikament, müssten sie sofort vom Markt genommen werden. Alle Nebenwirkungen sind eingetreten, fast alle Wirkungen ausgeblieben“, sagte der Kammerpräsident Günther Jonitz heute in Berlin.

Die Ärztekammer Berlin hatte bereits in der Einführungsphase vor den Fallpauschalen gewarnt: „Die Delegiertenversammlung der Ärztekammer Berlin erwartet mit der Einführung von DRGs eine deutliche Verschlechterung der Patientenversorgung durch einen Verlust an Qualität und Humanität. Eine Industrialisierung der Patientenversorgung in deutschen Krankenhäusern ist absehbar“, hieß es in einer Resolution der Kammerversammlung aus dem Jahr 2001.

Die Fallpauschalen schafften „Anreizen für wohldotierte, aber fraglich indizierte Maßnahmen und damit zu schlechterer Medizin bei insgesamt höheren Kosten“, so die Delegierten vor 15 Jahren.
(Quelle: Dt. Ärzteblatt, 15.03.2016)


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--Die absehbaren gravierenden Fehler und Probleme des pauschalierten Abrechnungssystems für die Psychiatrie zeigt folgender Artikel aus der Süddeutschen Zeitung von März 2015 auf:

Psychiater befürchten Verschlechterungen für Schwerkranke

Die Finanzierung der psychiatrischen Kliniken wird derzeit neu geregelt. Das ist nicht nur eine bürokratische Bürde für die Häuser, sondern könnte sich negativ auf die Versorgung der Patienten auswirken.

Wer Tag für Tag mit der Depression kämpft, wer monatelang Angst oder wahnhafte Gedanken erlebt, wünscht sich bisweilen, er hätte einen entzündeten Blinddarm: raus mit dem, was so quält, zunähen, fertig. Die Seele lässt sich freilich nicht so einfach reparieren; das wurde auch berücksichtigt, als die Bundesregierung 2004 neue Abrechnungsregeln in deutschen Krankenhäusern einführte. Die psychiatrischen Kliniken behielten einen Sonderstatus und mit ihm historisch gewachsene Ungleichheiten: Noch heute bekommen manche Kliniken nur halb so viel für ihre Arbeit wie andere. Gerechtere und transparentere Regeln wurden nötig - und so erlebt das Fachgebiet gerade einen der größten Umbrüche der vergangenen Jahrzehnte.

Spätestens von 2019 an müssen sich nun auch die psychiatrischen Krankenhäuser einem pauschalisierten Abrechnungssystem beugen. Die Politik ist der Psychiatrie dabei ein Stück weit entgegengekommen. Die Kliniken erhalten - wie auch bisher - Tagessätze für ihre Patienten. Doch die neuen Sätze variieren je nach Erkrankung und nehmen im Laufe der Zeit tendenziell ab.

Das bedeutet, dass manche Leiden sich mehr rechnen als andere. Unkomplizierte Störungen mit einfachen Therapiekonzepten und schnellen Entlassungen dürften wirtschaftlich reizvoller sein, fürchten die Kritiker.

Derzeit läuft eine Übergangphase, die Psychiater haben noch Zeit, sich an das neue System zu gewöhnen. Bislang stößt es allerdings überwiegend auf Skepsis und Sorgen. Die Fachärzte und Psychologen bezweifeln, dass sich die hochkomplexen seelischen Erkrankungen in die Schablonen der Fallpauschalen pressen lassen.

"Zwei Drittel der psychisch Kranken haben mindestens zwei verschiedene Diagnosen", sagt Oliver Pogarell von der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der LMU. Wenn ein Patient mit Angststörung immer seltener das Haus verlässt, kann er zusätzlich an einer Depression erkranken. Wenn er sein Leid mit Alkohol bekämpft, kann dieser Versuch obendrein in eine Suchterkrankung münden. Seelische Krankheiten können auch auf dem Boden von körperlichen Leiden entstehen. Bis zu 50 Prozent aller Patienten mit Multipler Sklerose und Morbus Parkinson entwickeln eine Depression. Umgekehrt erhöht eine Depression beispielsweise das Risiko für eine Diabetes-Erkrankung.

Auch die Umwelt wirkt auf die Psyche ein. Konflikte in der Familie oder am Arbeitsplatz können psychische Probleme auslösen oder eine Heilung verzögern. Denn auch die Verläufe unterscheiden sich stark; manche Patienten in einer akuten Krise erholen sich rasch. Andere brauchen lange, um wieder Fuß zu fassen. Rückfälle sind keine Seltenheit; eine mühsam erarbeitete Stabilität kann schnell wieder schwinden.

Deshalb sind Zeit und Personal so wichtige Ressourcen in der Psychiatrie. "Doch das neue Abrechnungssystem unterschätzt die Komplexität psychischer Erkrankungen - und den Fakt, dass sie höchst individuelle Behandlungsangebote erfordern", sagt Pogarell. Er fürchtet, dass vor allem schwer kranke Patienten mit einer Unterversorgung rechnen müssen.

Sie verlieren den Schutz des Krankenhauses womöglich früher, als ihnen guttut. Dies ist in einigen Regionen Deutschlands besonders heikel. Vor allem im Osten und in ländlichen Gegenden fehlen ambulante Therapieplätze. Kranke müssen wochen- oder monatelang auf eine Weiterbehandlung warten. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass sie schnell wieder in die Klinik zurückkehren; den berüchtigten "Drehtüreffekt" fürchten nun auch die Psychiater. "Die Einführung der neuen Vergütungen wird die Finanzierung psychiatrischer Leistungen wahrscheinlich vielerorts verschlechtern", warnt daher Oliver Pogarell.

Denn für die psychiatrischen Kliniken stellt sich das besondere Problem, dass sie ein Minus - etwa durch personalintensive, individuelle Behandlungen - nur schwer kompensieren können. Das klassische Krankenhaus kann Verluste unter Umständen durch lukrative Untersuchungen oder Eingriffe ausgleichen. Der Psychiatrie bleiben nur Personalkürzungen, warnen Fachleute. Jede Einsparung "geht damit an die Substanz", sagt Jörg Fegert, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie.

Die Therapeuten, die Kinder behandeln, fürchten die Auswirkungen der neuen Fallpauschalen besonders. Das wurde auch auf dem Kongress der Kinder- und Jugendpsychiater deutlich, der vergangene Woche in München tagte. Da Kinder eine sehr enge Betreuung brauchen, ist der Personalaufwand in den jugendpsychiatrischen Häusern sehr hoch.

Gerade bei Minderjährigen ist es mit einer Stärkung der Seele nicht immer getan; auch die Familie und soziale Aspekte des Lebens spielen eine Rolle. "Psychisch kranke Kinder können manchmal nicht in ihre Ursprungsfamilie zurückkehren. Wir müssen dann Lösungen für diese Kinder finden, das braucht Zeit", sagt Franz Joseph Freisleder, Direktor des Heckscher-Klinikums für Kinder und Jugendpsychiatrie in München. Doch die Dauer der sozialen Unterstützung oder gar der Behandlung lässt sich nicht einfach verkürzen. Fegert kommentiert lakonisch: "Es mag ja sein, dass ein Chirurg durch viel Übung irgendwann schneller operiert, wir können auch durch noch so viel Training nicht schneller reden."

PEPP wird das neue Abrechnungssystem genannt. Die Abkürzung von "Pauschalierendes Entgeltsystem Psychiatrie und Psychosomatik" klingt durchaus dynamisch. Doch die Fachleute fürchten das Gegenteil: dass es ihnen eine zähe Bürokratie beschert. "Die Abrechnung ist kompliziert und kleinteilig", sagt Pogarell. Die Fachärzte müssen nun jede einzelne Handlung dokumentieren.

Dieser höhere Verwaltungsaufwand werde wiederum Zeit kosten. Zeit, die nicht nur für die Behandlung der Patienten fehlt, sondern auch für Gespräche mit den Angehörigen, den Austausch mit Kollegen und die Lehre. "Schon jetzt befassen sich zwei Drittel unserer Fortbildungen und Konferenzen nicht mehr mit neuen Erkenntnissen unseres Fachgebietes, sondern allein mit wirtschaftlichen Themen", sagt Freisleder. Es wirkt wie ein Vorgeschmack auf eine Entwicklung, die die Klinikpsychiater am meisten fürchten: dass irgendwann das ökonomische Denken über das Heilen und Lehren dominiert.

Süddeutsche, 20.03.2015; Link: http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/fallpauschalen-psychiater-fuerchten-verschlechterungen-fuer-schwerkranke-1.2391784-2


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--Ein weiterer Artikel zu Gefahren des "PEPP"- Systems von Anfang 2016 aus dem Tagesspiegel:

SPD warnt vor Fallpauschalen in der Psychiatrie
(aus: Der Tagesspiegel 07.01.2016/ von Rainer Woratschka)

Die Krankenkassen wollen für psychiatrische Kliniken ein ähnliches Fallpauschalensystem wie in den Krankenhäusern. Die SPD lehnt das ab - und warnt vor schlechterer Versorgung.

Das vorgesehene Pauschalierte Entgeltsystem in Psychiatrie und Psychotherapie (PEPP) „würde dazu führen, dass gerade psychisch schwerstkranke Menschen, die einen Therapieplatz am dringlichsten benötigen und sich am wenigsten wehren können, nicht die Versorgung erhalten, die sie brauchen“.

Ein „vorzementiertes Behandlungssystem mit Pauschalen, die sich am Durchschnitt orientieren“, werde der Vielfalt psychischer Erkrankungen nicht gerecht, warnen die Fraktionsexperten. Weil die Behandlung von schwer Erkrankten für die Kliniken dann nicht länger lukrativ sei, drohe die Gefahr von „Rosinenpickerei“. Gleichzeitig würden Anreize geschaffen, den Patienten „aus ökonomischen Gründen möglichst schwere Diagnosen zuzuordnen“.

In der Probephase befindet sich das PEPP-System seit 2013. Diese habe gezeigt, dass die Behandelnden "15 Prozent ihrer wertvollen pflegerischen und therapeutischen Zeit für Dokumentation“ verschwendeten, schreiben die SPD-Abgeordneten. „Wir brauchen kein Bürokratiemonster, sondern ein Dokumentationssystem, das die Patientensicherheit gewährleistet und die Basis für eine patientenorientierte Vergütung legt sowie das Behandlungspersonal nicht unnötig belastet.“

Immerhin habe man erreicht, dass die Probephase „bis Ende 2016 mit dem Ziel verlängert wurde, ein Alternativkonzept zu entwickeln, das sich an den besonderen Bedürfnissen psychisch erkrankter Patientinnen und Patienten und nicht an Preisen und Pauschalen orientiert“. Zwischenzeitlich hätten die Fachverbände ein solches Konzept vorgelegt.

Dass die Fallzahl in psychiatrisch-psychotherapeutischen Kliniken zwischen 2005 und 2013 um 37 Prozent gestiegen ist, sei auch auf „Unter- und Fehlversorgung im ambulanten Bereich“ zurückzuführen, betonen die SPD-Experten. Aufgrund mehrwöchiger Wartezeiten auf Facharzttermine oder Therapieplätze würden viele Patienten „von Hausärzten versorgt, die für diese Behandlung nicht adäquat ausgebildet sind“.

  

--APPLAUS FÜR MINISTER GRÖHE !


   
 
   
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